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Poesie und Performance (4) – Viele Arten ein Gedicht zum Sprechen zu bringen

Posted in Gerhard Falkner by lyrikline on 18. March 2016

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Ist das Gedicht immer schon Performance? Oder ist es erst einmal nur der Ausgangspunkt, der einzeln für sich steht und gleichzeitig die Auseinandersetzung und Weiterentwicklung durch andere Künstlerinnen sucht? Gerhard Falkner ist in der Dichterszene für seine Experimentierfreudigkeit bekannt. Für ein Interview mit lyrikline gibt er Einblicke vom Entstehungsprozess seiner Gedichte bis zur Aufführung mit anderen Künstlern.

[a playlist for World Poetry Day 2016] music performances

 

Eine Audioaufnahme der Live-Performance Das Wort in der Literaturwerkstatt Berlin demonstriert die Synergien, die der Zusammenarbeit von Gerhard Falkner und Johannes Malfatti entspringen.

 

Gerhard Falkner auf lyrikline

 

Poetry and Performance (3) – No Performance without an audience

Posted in Anja Utler by lyrikline on 17. March 2016

poetry and p klien

Talking about a performance is talking about the performers. While they appear in bright spotlights the audience is often seated in the dark receiving patiently what is being presented. As an author and poet Anja Utler knows the position of the performers. But besides her artistic work she engages in questions that also ask for the role of the audience. After working on a research project she published a book about the perception of spoken poetry. “manchmal sehr mitreißend”. Zur poetischen Erfahrung gesprochener Gedichte (transcript Verlag, Bielefeld, 2016) is a detailed analysis of the receptive processes during a poetry reading on the background of performative aesthetics. 

>>>[a playlist for World Poetry Day 2016] talking to the audience

Anja Utler aufnahme1_1_09_11_kl (Foto Tilman Grimm)

Anja Utler Foto: Tilman Grimm

In an interview with lyrikline Anja Utler explained that the feedback she got for her own readings was the starting point for her interest: Why did so many people insist that they had to listen to her poetry to be able to understand it? Listening to a text allows a different perception of it. In her book Utler describes the process of perception between the poem and the recipient while the role of the performing poet is put back. But not everybody agreed on her statement that the person reciting the poem is exchangeable.

The importance of the role of the recipients demands a new approach to the receptive process of spoken poetry. A performative approach to a poetical reading allows us to focus on the event character of a poetical experience. Instead of a distance that imposes an understanding (which can be the case with prose) the experience of poetry is a process of engagement. Reading as well as listening can be seen as possibilities of engagement that each need to be considered as an autonomous way of the perception of poetry. According to Utler a good poem-recipient-relation is opening a space for the speculative and offers a new perspective on our own thoughts and ideas.

Anja Utler on lyrikline

Poesie und Performance (3) – Keine Performance ohne Rezipierende

Posted in Anja Utler by lyrikline on 17. March 2016

poetry and p klien

Wenn von Performance die Rede ist, fällt das Scheinwerferlicht nicht nur im wörtlichen Sinne zunächst auf die Performenden. Während sie im Licht erstrahlen, sitzt das Publikum meist im Dunkeln und nimmt schweigend auf, was ihm präsentiert wird. Anja Utler gehört selbst zur Gruppe der Gedichtproduzierenden. Doch abseits vom eigenen dichterischen Schaffen geht die promovierte Slawistin auch Fragen nach, die sich beim Sprechen von Gedichten ergeben und beleuchtet dabei vor allem die Seite des Publikums. Aus der Arbeit an einem Forschungsprojekt, das sich mit den Eindrücken von Dichterlesungen beschäftigte, entstand eine ausführliche Publikation. Einige wichtige Erkenntnisse aus dem Buch “manchmal sehr mitreißend”. Zur poetischen Erfahrung gesprochener Gedichte (transcript Verlag, Bielefeld, 2016) hat sie im Interview mit uns noch einmal aufgegriffen.

>>>[a playlist for World Poetry Day 2016] talking to the audience

lyrikline – Interview mit Anja Utler vom 09.03.2016

Anja Utler aufnahme1_1_09_11_kl (Foto Tilman Grimm)

Anja Utler Foto: Tilman Grimm

 

Warum beschäftigen Sie sich mit der Erfahrung gesprochener Gedichte?

Nach meinen eigenen Lesungen sagen immer wieder Leute, sie hätten die Gedichte hören müssen, um sie zu verstehen. Viele Kollegen, auch in anderen Ländern, machen die gleiche Erfahrung. Das wirft Fragen auf, und ich fand diese Fragen spannend genug, um sie in einem Forschungsprojekt genauer anzusehen: Weisen diese spontanen Publikumsaussagen vielleicht tatsächlich auf den Kern der Sache hin? Gelingt der Übergang in poetisches Wahrnehmen und Verstehen vielleicht wirklich dann am besten, wenn man einer Stimme folgen kann wie einem Faden? Und warum?

 

In ihrem Buch “manchmal sehr mitreißend”. Über die poetische Erfahrung gesprochener Gedichte werden Rezipientinnenaussagen zu Dichterlesungen untersucht. Welche Reaktionen haben Sie überrascht?

Ich hatte befürchtet, dass viele Leute keine große Lust haben würden, nach einer Lesung aufzuschreiben, was beim Hören der Gedichte mit ihnen passiert ist. So war es aber nicht. Mich hat berührt zu sehen, wie wichtig es vielen Hörern war, ihre Wahrnehmungen exakt zu fassen. Das hatte etwas sehr Respektvolles, dem eigenen Erleben genauso wie den Autoren gegenüber. Und manchmal mündeten ihre Beschreibungen in Bilder, die selbst eine poetische Qualität haben.

Ganz und gar überraschend war für mich aber etwas anderes: Sobald jemand einen besonders intensiven Kontakt zu einer Lesung herstellen konnte, taucht immer wieder das Motiv auf, das Gehörte sei eigentlich gar keine “Lyrik” gewesen. Das sei “mehr” gewesen, vielleicht Malerei oder Musik oder überhaupt Kunst. Nun könnte man etwas sagen wie: “Ja, genau, so einen schlechten Ruf haben Gedichte in unserer Kultur – wenn etwas interessant ist und Freude macht, kann es keine Lyrik gewesen sein.” Ich glaube aber, darin steckt noch mehr.

Die gelingende poetische Wahrnehmung ist offenbar mit dem Wort “Sprache”, wie wir es im Alltag verwenden, nicht fassbar. Vielmehr tippen Gedichte die Gerüche, Klänge, Temperaturen der Wörter an – der sowjetische Psychologe Lev Vygotskij nannte das in den 1930er Jahren den “Sinn”, den Wörter für uns haben. Die Bedeutung ist für Vygotskij das, was auch in einem Wörterbuch stehen könnte. Der Sinn dagegen ist gewissermaßen das Fleisch eines Wortes, er ist alles, was wir mit dem Wort erlebt haben. Einerseits individuell – andererseits ist das die Voraussetzung für Kommunikation: Nur wenn ich aus meinem Sinnvorrat weiß, was der andere mit “verärgert” oder “verliebt” meinen könnte, können wir uns verständigen. Der Sinn speist die Bedeutung und umgekehrt, beide verändern sich über ein Leben hin. Die Rezipientenäußerungen bei unseren Lesungen deuten nun darauf hin, dass Gedichte diese individuelle Sinnsphäre aufrufen und in sie eingreifen. Damit würden die Gedichte eine Art gedanklicher Basisoperation vornehmen – und womöglich gelingt ihnen das im Hörbaren deshalb besonders gut, weil unsere sprachlichen Fundamente ja auch übers Hören gelegt worden sind.

 

Was würden sie sich für das Selbstverständnis der Rezipienten wünschen?

Ich wünsche mir für die Rezipientinnen von Gedichten vor allem eines: Selbstbewusstsein. Die Hörerin hat dem Gedicht gegenüber keine Bringschuld. Wir haben es mit einem offenen, großzügigen System zu tun: Wenn die Kontaktaufnahme gelingt, wenn ich das Gefühl habe, das Gedicht geht mich an (wie es der Literaturwissenschaftler Johannes Anderegg formuliert hat), dann ist bereits das passiert, was das Gedicht angestrebt hat. Dazu muss ich meine Erfahrung nicht in Worten wiedergeben können – und wenn ich doch von meiner Erfahrung sprechen möchte, muss das nicht die Form einer Nacherzählung oder “Analyse” des Gedichts annehmen, um für andere interessant zu sein.

 

Wie sollte das Verhältnis von Produzentin und Rezipientin idealerweise aussehen?

Ich glaube, die Produzentin ist für die Hörer vollkommen irrelevant. Auf der Bühne ist sie zwar die Vortragende, die den Text zur Verfügung stellt, und bestimmt ist sie dafür besonders kompetent. Aber prinzipiell könnte das eine andere Stimme auch. Die poetische Interaktion findet für mich ausschließlich zwischen einem konkreten Gedicht und einer konkreten Hörerin statt. Ich meine, es würde der Lyrik guttun, wenn es mehr Interesse an diesem rezeptiven Vergnügen gäbe als an den Produzenten. In meiner Idealvorstellung würde das dann sogar das Leben der Produzenten verbessern.

Übrigens waren die Rezipientinnen in unserem Projekt hier ganz anderer Meinung als ich: Sie waren praktisch geschlossen der Ansicht, es sei für ihre Wahrnehmung entscheidend gewesen, dass die Autorinnen ihre Texte selbst gesprochen hätten…

 

Was passiert, wenn eine Autorin ihren eigenen Text vor Publikum vorliest?

 Lyriklesungen sind formal meist unspektakulär. Aber gerade diese Reduktion bereitet offenbar die Bühne für eine ziemlich radikale Transformation. Die Zuhörer in unserem Projekt haben immer wieder davon gesprochen, es habe bei den Lesungen einen Übergang gegeben, eine Art Raumwechsel. Es scheint Folgendes zu passieren: Zuerst wird die Autorin als Person wahrgenommen, die einem etwas erzählt – da ist noch Alltag und nicht Gedicht. Sobald aber die Autorin als Dichterin spricht, verlässt sie dieses Paradigma: Dann sitzt da keine biografische Person mehr, die “sich ausdrückt”. Es spricht eine – wie Barbara Köhler sich im Rahmen des Projekts geäußert hat – “unprivate” Stimme. Und erst wenn die dichterische Stimme als “nicht privat” und übertragbar empfunden wird, sie aus einem Körper spricht, der viel mehr exemplarisch als biografisch-privat ist, öffnet sich das Gedicht für die Interaktion.

Die Rezipientinnen sprechen dann von einem “im Gedicht drin sein” und das meinen sie anscheinend ganz konkret. Weil das Gedicht nicht sagt “Und dann ist mir das passiert und hat mir das und das bedeutet”, sondern lediglich “Es gibt und bedeutet für jemanden etwas”, fehlt ein verbindlicher Bezugspunkt. Die Hörerinnen werden so dazu angeregt, das Gehörte auf sich selbst anzuwenden. Sie setzen sich selbst als möglichen Ankerpunkt ins Gedicht ein und fragen sich: “Was kann das für mich bedeuten?”. Die Rezipientenaussagen deuten darauf hin, dass das Gedicht erst dann und nur so “funktioniert”: Wenn das Gedicht spezifisch und eigen genug ist, nehmen es die Rezipienten als Material für eine Selbstansprache, die forschend und fragend, spekulierend und explorativ ist.

Und die nicht zuletzt deshalb möglich wird, weil Gedichte traditionell mit Anredefiguren arbeiten. Das tun sie auch heute noch – ungeachtet dessen, dass die “Ach!”- oder “Oh!”- Ausrufe in den Gedichten weniger geworden sind. Solche Anredefiguren aber lassen sich nicht in eine Erzählung umwandeln. Einige Literaturwissenschaftler weisen darauf hin, dass deshalb diese Besonderheit der Lyrik, die sie von allen anderen Gattungen unterscheidet, oft überlesen oder ignoriert wird. In einer Stimme dagegen lassen sich die Dinge nicht so einfach “überlesen” oder “überspringen”, die Stimme scheint imstande, den Reiz zum individuellen Nachvollzug so zu setzen, dass die Hörer ihm nachgeben.

 

Sie schlagen vor, die Lyriklesung als Objekt einer performativen Reflexion zu begreifen. Was verstehen sie darunter?

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Poetry and Performance (2) – Reading and Recording

Posted in Carolin Callies by lyrikline on 16. March 2016

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Poets that read their own poetry seem rather normal to us – but what exactly is happening in the moment of such a presentation? When we asked German poets Carolin Callies about her experiences the answer was quite surprising: Whenever she finishes a poem it develops a certain independence and distance to its own creator. Accessing the poem in a state of completion becomes a theatric act that can also include a different set of voices or attitudes.

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Carolin Callies Foto: Timo Volz

 

>>>  [a playlist for World Poetry Day 2016] studio highlights

 

On the other hand listening to a poet often develops closeness between the performer and the audience. Besides the individual differences in tone and voice the phonetic and rhythmic aspects of poetry suddenly appear. Rhymes, assonances and alliterations unfold their effects, verses and structures become audible compositions. Recordings can tell us about all kinds of aspects: How does the poet approach her reading? What atmosphere and intensity does she create? Where does she place the breaks, which lines are being stressed? Does she follow the original text or is she being drawn into the process?

lyrikline allows us to share this moment with hundreds of poets and listen to our favorite poems again and again.

But what does it mean when an author reads her own poems? And what about the relations between poem, author and audience? The following sketches two positions demonstrating the differences of an understanding of poetry.

A common point of view can be summarized by the following statements:

>> The written poem is a completed art work and therefore is unchangeable.
>>Every presentation of the poet is an interpretation that refers to its original.
>>The author holds a special intention that she can work out with the means of her presentation.
>>The meaning of poem can be understood best, when the author presents it, because she will interpret it correctly.

A performative approach however considers the process of the presentation already as an own artistic event.

>>A poem is not a written text but its performance. Its realization happens in the process of writing and reading.
>>The reading itself with all its coincidences and transformations is to be taken seriously. Time and space are part of the aesthetical experience.
>>This means that the signification of a poem is not firm but depends on the context. Enactments replace interpretations. The reference to an original is not necessary. An enactment imposes its own standards.
>>It is not required that the audience tries to understand the intention of the author. Its own aesthetical experience is basis of their own involvement.

Whether it is the listening to a live reading or to a recorded playlist on lyrikline: The voice of the author makes a difference. But how we perceive the result depends on our understanding of poetry that apart from the given examples can be individually cultivated.

 

Carolin Callies on lyrikline

 

 

Poesie und Performance (2) – Lesungen und O-Töne

Posted in Carolin Callies, Uncategorized by lyrikline on 16. March 2016

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Dass Autorinnen ihre Gedichte vorlesen erscheint uns als Selbstverständlichkeit – doch was passiert eigentlich in dem Moment in dem eine Dichterin ihre eigenen Texte einem Publikum vorliest? Wir begleiten Carolin Callies bei der Lesung ihrer Gedichte im Tonstudio der lyrikline und auf der Bühne der Literaturwerkstatt Berlin.

>>>  [a playlist for World Poetry Day 2016] studio highlights

 

Im Vortrag bekommt der Zuhörer jenseits der individuellen Stimm- und Klangfarbe der Dichterin noch sehr viel mehr zu hören. Hier werden die klanglichen Aspekte eines Gedichtes transportiert, seine lautlichen Bezüge und rhythmischen Strukturen. Reime, Assonanzen und Alliterationen entfalten ihre ganze Wirkung, strengere Strophen- und Gedichtformen geben ihren Aufbau hörbar preis. Der O-Ton einer Dichterlesung beinhaltet viele spannende Aspekte, in die man sich hörend vertiefen kann: Wie geht der Dichter seinen Gedichtvortrag an? Was lässt er mitschwingen, was bringt er an Stimmung, Intensität und Pathos mit ein? Wie setzt er die Pausen, wo den Spannungsbogen? Wo folgt der Dichter seinem Ausgangstext, wo überlässt er sich dem Textfluss, wo gerät er ins Stocken, wo kontrastiert er ihn vielleicht? Insbesondere auf lyrikline, wo das Hören einer Dichterstimme zu einem ganz intimen Moment werden kann, lassen sich die angesprochenen Aspekte nachhören und wiederholen, so oft man will.

Was passiert aber mit dem Gedicht, wenn es durch seine Autorin vorgelesen wird?  Die folgenden Sichtweisen demonstrieren, wie unterschiedlich ein Verständnis von Lyrik sein kann.

Ein weit verbreitetes Verständnis des Verhältnisses von Gedicht, Autorin und Publikum lässt sich auf folgende Aussagen reduzieren:

>> Das geschriebene Gedicht ist ein abgeschlossenes Werk und unveränderlich.
>> Jeder Vortrag des Gedichts ist eine Interpretation, die von einem Original ausgeht.
>> Der Autor hatte eine bestimmte Intention, die er durch die Mittel des Vortrags herausarbeiten kann.
>> Das Gedicht kann durch den Vortrag des Autors besser verstanden werden, weil dieser es seiner Intention entsprechend richtig interpretiert.

Ein performativer Ansatz dagegen begreift sowohl den Entstehungsprozess eines Gedichts als auch das Ereignis des Vortrags als etwas, dem man schon einen eigenen künstlerischen Charakter zuweisen kann:

>> Das Gedicht ist nicht der niedergeschriebene Text, sondern realisiert sich allein im Vorgang des Schreibens, des Lesens und des Vorlesens.
>> Die Lesung selbst ist mit all ihren Zufälligkeiten und Abläufen ernst zu nehmen. Raum und Zeit gehören zur ästhetischen Erfahrung dazu.
>> Damit ist die Bedeutung des Gedichts nicht fest, sondern situationsabhängig. Statt Interpretationen lassen sich Inszenierungen feststellen, die sich auf kein eigentliches Original mehr beziehen. Was eine gute Inszenierung ausmacht legen ihre eigenen Maßstäbe fest, die immer wieder neu verhandelt werden müssen.
>> Die Rezipientinnen müssen nicht länger versuchen zu verstehen, was der Autor eigentlich sagen wollte. Ihr eigenes ästhetisches Erleben des Gedichts ist der Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung.

Das Entscheidende sowohl bei einer Live-Lesung als auch beim Anhören einer Playlist auf lyrikline ist, dass die Autorin selbst liest. Dass dies zwangsläufig die beste Weise ist ein Gedicht zum Sprechen zu bringen, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, sondern hängt von dem individuellen Verständnis von Lyrik ab, das sich neben den vorgestellten Positionen natürlich auch noch in ganz anderen Weisen zusammensetzen kann.

 

Carolin Callies  auf lyrikline 

 

 

 

Poetry and Performance (1) – Approaching UNESCO World Poetry Day 2016

Posted in Uncategorized by lyrikline on 15. March 2016

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Recordings and vocal chords, author and speaker, recitation or modulation: In preparation of the World Poetry Day lyrikline is going to address the diverse topic of poetry and performance. Starting with recording situations and classical readings we want to focus on theoretical approaches to performance as well as multimedia presentations of poetry. A posting about great sound poetry performers and the celebration of the World Poetry Day on the 21st of March mark the beginning of a new year full of poetry, readings and performances. 

Ndeutsche fassung2ext to texts, pictures and clips (some in German only but with a short English summary) we want to complement each of our postings with a playlist of well-chosen lyrikline poets. 

>>>  [a playlist for World Poetry Day 2016] live performances 

In addition there will be a daily release of poetry that is new on lyrikline featuring poets from around the world. But before we start with the various ways of presenting a poem...

Dichterinnenperformance Weltklang 2015 foto: gezett

A poet´s performance  Weltklang 2015 photo: gezett

…let´s have a look at PERFORMANCE:

The term performance describes artistic actions that require a simultaneous presence of one or more performers and an audience. In everyday language performance suggests a certain level of entertainment or is being used to describe mixtures between art forms like literature and music. When we asked the audience of Literaturwerkstatt Berlin they told us that a performance should have an “extra” or something “unusual” and that it could also include improvisations.

 

Do those expectations match the theoretical approaches of performance theory?

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Poesie und Performance (1) – UNESCO-Welttag der Poesie 2016 auf lyrikline

Posted in Uncategorized by lyrikline on 15. March 2016

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Stimmband und Tonband, Autor und Sprecherin, Wasserglas und Stimmverzerrer: Im Vorfeld des UNESCO-Welttag der Poesie widmet sich lyrikline eine Woche lang dem Themenfeld Poesie und Performance. Wir beginnen mit theoretischen Überlegungen zur Performance und ihren Rezipientinnen und steigern uns über Studioaufnahmen bis zu multimedialen Dichterlesungen. Ein Beitrag zu den laut-starken Sound-Poetry Performern und der Welttag der Poesie am 21. März sollen schließlich den Auftakt für ein weiteres Jahr voller Staunen und Hören bilden. 

Zusätzlich zu Clips, Text und Bild finden sich zu jedem Beitrag Hörbeispiele in Form von Playlists, die ausgewählte lyrikline-Poetinnen zum Thema erklingen lassen.

>>> [a playlist for World Poetry Day 2016] live performances

Bis zum Welttag werden auf lyrikline zudem täglich Dichter vorgestellt, deren eingesprochene Gedichte zu diesem Anlass neu auf lyrikline veröffentlicht werden. Doch bevor wir uns mit hörbaren Arten der Inszenierung von Gedichten beschäftigen…

Dichterinnenperformance Weltklang 2015 foto: gezett

Dichterinnenperformance Weltklang 2015 foto: gezett

…zum PERFORMANCE-Begriff:

Der Begriff Performance findet seine Anwendung wenn wir über Gegenwarts- und Anwesenheitsformate in den Künsten sprechen. Im alltäglichen Gebrauch spricht man von einer Performance, wenn Künstlerin und Publikum gleichzeitig bei einer aufführungsartigen Kunstaktion anwesend sind. (Die Theaterwissenschaftlerin Erika Fischer-Lichte leitet daraus die Theorie der leiblichen Ko-Präsenz ab, die den Performer-Publikums-Komplex beschreibt). Darüber hinaus wird mit dem Begriff auch häufig eine bestimmte Performer-Haltung oder ein Zusammenfließen aus Teilbereichen der Künste (etwa Literatur und Musik) verbunden. Einer Befragung des Publikums der Literaturwerkstatt Berlins zufolge sollte eine Performance ein gewisses „Mehr“ bieten, über abgegrenzte Formate hinaus „Ungewöhnliches“ zeigen und Improvisationen zulassen.

 

 

Aber decken sich diese Erwartungen auch mit den theoretischen Überlegungen, wie sie unter dem Stichwort Performance-Theorie betrieben werden?

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Lyrik-Empfehlungen 2016

Posted in about us, Uncategorized by lyrikline on 14. March 2016

Welche Gedichtbände sind besonders bemerkenswert, interessant, überraschend? Kritiker, Lyriker und Vertreter literarischer Institutionen empfehlen zwölf deutschsprachige und zwölf ins Deutsche übersetzte Gedichtbände – ausgewählt aus den Neuerscheinungen von Anfang 2015 bis März 2016.

Abgegeben haben die Empfehlungen in diesem Jahr: Michael Braun, Heinrich Detering, Ursula Haeusgen, Harald Hartung, Florian Kessler, Michael Krüger, Kristina Maidt-Zinke, Holger Pils, Marion Poschmann, Monika Rinck, Daniela Strigl und Thomas Wohlfahrt.

Lyrik-Empfehlungen 2016 – Deutschsprachige Lyrik

Gerd Adloff: zwischen Geschichte und September. Corvinus Presse, Berlin 2015
Christoph W. Bauer: stromern. Haymon, Innsbruck 2015
Daniel Falb: CEK. kookbooks, Berlin 2015
Swantje Lichtenstein: Kommentararten. Verlagshaus J. Frank, Berlin 2015
Andreas Neeser: Wie halten Fische die Luft an. Haymon, Innsbruck 2015
Daniela Seel: was weißt du schon von prärie. kookbooks, Berlin 2015
Anne Seidel: Chlebnikov weint. Poetenladen, Leipzig 2015
Armin Senser: Liebesleben. Edition Lyrik Kabinett, Hanser, München 2015
Volker Sielaff: Glossar des Prinzen. luxbooks, Wiesbaden 2015
Julia Trompeter: Zum Begreifen nah. Schöffling & Co., Frankfurt a. M. 2015
Christoph Wenzel: lidschluss. Edition Korrespondenzen, Wien 2015
Ror Wolf: Die plötzlich hereinkriechende Kälte im Dezember. Schöffling & Co., Frankfurt a. M. 2015

Lyrik-Empfehlungen 2016 – Lyrik in deutscher Übersetzung

Henry Beissel: Flüchtige Horizonte. Aus dem Englischen von Heide Fruth-Sachs. LiteraturWissenschaft.de (Transmit), Marburg a. d. Lahn 2016
Anna Maria Carpi: Entweder bin ich unsterblich. Aus dem Italienischen von Piero Salabè. Edition Lyrik Kabinett, Hanser, München 2015
Jon Fosse: Diese unerklärliche Stille. Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Kleinheinrich, Münster 2015
Federico García Lorca: Liebesgedichte. Aus dem Spanischen von Ulrich Daum. Rimbaud, Aachen 2016
Bengt Emil Johnson: Das Fest der Wörter. Aus dem Sumpf. Aus dem Schwedischen von Lukas Dettwiler. edition offenes feld, Dortmund 2015
István Kemény: Ein guter Traum mit Tieren. Aus dem Ungarischen von Orsolya Kalász und Monika Rinck. Matthes & Seitz, Berlin 2015
Itzik Manger: Dunkelgold. Aus dem Jiddischen von Efrat Gal-Ed. Jüdischer Verlag / Suhrkamp, Berlin 2016
Kate Tempest: Hold Your Own. Aus dem Englischen von Johanna Wange. Suhrkamp, Berlin 2016 (Erscheinungstermin wurde auf Juni verschoben.)
Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki: Tumor linguae. Aus dem Polnischen von Michael Zgodzay und Uljana Wolf. Edition Korrespondenzen, Wien 2015
Rosmarie Waldrop: Ins Abstrakte treiben. Aus dem Amerikanischen von Elfriede Czurda und Geoff Howes. Edition Korrespondenzen, Wien 2015
William Wordsworth: Gedicht, noch ohne Titel, für S. T. Coleridge (The 1805 Prelude). Aus dem Englischen von Wolfgang Schlüter. Matthes & Seitz, Berlin 2015
Jeffrey Yang: Yennecott. Aus dem Amerikanischen von Beatrice Faßbender. Berenberg, Berlin 2015

Die Lyrik-Empfehlungen werden jährlich zur Leipziger Buchmesse veröffentlicht. Sie werden herausgegeben von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Stiftung Lyrik Kabinett und der Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bibliotheksverband. Gefördert von: Deutscher Literaturfonds

Die ausführliche Broschüre finden Sie in der Anlage.
Im Internet unter: www.lyrik-empfehlungen.de

Lesungen zu den Lyrik-Empfehlungen finden am 18. März in Leipzig und am 23. März in Berlin statt. Zum Welttag der Poesie, am 21. März, werden die empfohlenen Lyrikbände in Bibliotheken und Buchhandlungen präsentiert.

Veranstaltungen zu den Lyrik-Empfehlungen 2016

Freitag, den 18. März 2016

15 Uhr: Buchmesse Leipzig
Forum Literatur, Halle 4: Stand E101

mit den Autoren Daniela Seel, Anne Seidel, Volker Sielaff und Julia Trompeter
vorgestellt von Michael Braun, Literaturkritiker, Florian Kessler, Journalist, Kristina Maidt-Zinke, Kulturjournalistin, Holger Pils, Stiftung Lyrik Kabinett, Marion Poschmann, Autorin, und Thomas Wohlfahrt, Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie

20 Uhr: Gohliser Schlößchen
Menckestraße 23, 04155 Leipzig Nord

mit den Autoren Daniel Falb, István Kemény, Volker Sielaff und Christoph Wenzel
vorgestellt von Michael Braun, Literaturkritiker, Katharina Narbutovi, Berliner Künstlerprogramm des DAAD, Holger Pils, Stiftung Lyrik Kabinett, und Thomas Wohlfahrt, Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie

Mittwoch, den 23. März 2016

19 Uhr: Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie
Knaackstraße 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin
Eintritt: 6/4 Euro

mit den Autoren Swantje Lichtenstein, Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki und Christoph Wenzel
vorgestellt von Holger Pils, Stiftung Lyrik Kabinett, Marion Poschmann, Autorin, und Thomas Wohlfahrt, Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie

Klinika closure: Prague’s poets protest – statements by Jáchym Topol and Adam Borzič

Posted in Adam Borzič, Jáchym Topol, Jonáš Hájek, our network partners by lyrikline on 9. March 2016

We would like to raise your awareness to current happenings and a heated debate in Prague where the social and cultural centre Klinika is threatened with closure. Authorities refused to extend their lease of an old building  that once was a sanatorium for consumptives. Over the last year the Klinika activist group breathed new life into the old premises by organising cultural events and providing aid for homeless people, migrants and refugees, supported by many volunteers. klinikaIn the last days and weeks hundreds and thousands of Prague’s citizens spoke out against the closure in demonstrations and events organised to support the centre.

More than 30 Czech writers wrote an open letter to support Klinika, among them many poets, e.g. Jáchym Topol and Jonáš Hájek. They organised readings to support the centre. We think that support and solidarity for Klinika is important also beyond Prague and the Czech Republic so we hope this reaches out to many people and places. We are happy that the poets Jáchym Topol and Adam Borzič wrote us some lines about their thoughts and the situation which we can post here in English thanks to @olga_pek.

The poets’ statements:

The Klinika Autonomous Social Centre in Prague is a centre of volunteer help on many levels – from regular shipments of clothes and necessities to refugees and the Zdrojovna (“Sourcing Room”) freeshop, to a homeless kitchen, pre-school kids centre, foreign language school (including Czech as a foreign language) as well as a cultural hub (hosting readings and lectures). It came into being about a year ago, in an outstanding feat of public involvement across the Czech society. Klinika is run exclusively on the basis to civic cooperation and volunteering, with no financial donations or grants either from the state or private companies. While in state ownership, the premises of the former clinic have been dilapidating for many years before the Klinika collective managed to breath a new life into it. Since then it has become the symbolic lungs and heart of the Czech civic society.
Now, after a year of exemplary functioning, during which Klinika successfully won the support of the majority of publicly involved citizens, the state authorities have refused to extend Klinika’s lease contract, citing several bureaucratic obstacles. This comes only a few weeks after an attack by right-wing extremists on Klinika, which took place on the same day that saw demonstrations in Prague both for and against migration. It is precisely as a symbol of the civic society extending help to refugees that Klinika became a target of the ultra-right-wing hooligans.
Many NGO’s and individuals, including those coming from the progressive part of the political representation, have pledged their support to Klinika. Over 30 Czech writers have expressed their support for Klinika in an open letter, many of them well-known poets and authors of fiction. Despite that, the Autonomous centre has been called upon to evacuate the premises. The collective decided to occupy the space and is now trying to negotiate with the authorities.
It seems obvious that the attack on Klinika, launched by the state authorities, is politically motivated and serves especially those who peddle xenophobic and fascist inclinations and populism. Clearly, Klinika seems bothersome because it stands for a non-market, humanistic and communitarian approach to life. This is one of the reasons why many of us, Czech poets, support the Autonomous centre.
Adam Borzič

Having worked for a year in order to foster conditions where local culture and refugee help would blossom, the volunteers from Klinika centre were attacked by a fascist commando.
The public officers who now refuse to arrange the legal adjustments necessary for Klinika to keep working not only harm a good cause, but also in fact assist in moving the Czech Republic further to the East, somewhere into the “Putinzone” and in close proximity of attempts at a total control of the society.
Jáchym Topol

This video was shot by Ondřej Mazura at a Klinika event last weekend and shows a reading of poet Adam Borzič in the occupied building.

We at lyrikline and Literaturwerkstatt Berlin (Haus für Poesie) support Klinika and hope they will be able to continue their humanitarian and cultural work for a tolerant society. We wish all the protesters who stand united perseverance and, finally,  success!

We ask for your solidarity, for example by spreading the news or signing the petiton (see below).

Further links:
Online Petition against the closure
Klinika on Facebook in Czech and in English

 

 

ZEBRA is moving to Münster

Posted in about us by lyrikline on 26. February 2016

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The international ZEBRA Poetry Film Festival has a new home in Münster. From the 27th to the 30th of October 2016, for the very first time the Filmwerkstatt Münster, in cooperation with Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie, will host the ZEBRA Poetry Film Festival Münster|Berlin. The festival will be located at Schloßtheater, a repertory cinema in Münster.

The idea for a festival for short films combining poetry with moving pictures was created in 2002 by the Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie. They organized the festival in Berlin until 2014 and have established it as the biggest platform for the genre poetry film. A poetry film is based on a poem. The poem is the center piece of the short film and can be clearly recognized in word or sound. The possibilities are unlimited: With quiet or loud, funny or moving, poetic or political films, the programme of the ZEBRA Poetry Film Festival represents a wide range of the genre.

At the initiative of Kunststiftung NRW the relocation is anticipated to carry the genre beyond the borders of the capital and anchor it in North Rhine-Westphalia. The new location has already established itself as an important venue for poetry and cinematic art, as it is home to the poetry festival Lyrikertreffen, the International Poetry Prize (Preis der Stadt Münster für internationale Poesie) and the the Filmfestival Münster.

In Münster ZEBRA is going to take place every other year – alternating with the Filmfestival Münster and the Lyrikertreffen. Managing directors of the festival will be Risna Olthuis and Carsten Happe, who have also been responsible for the Filmfestival Münster since 2014. Thomas Zandegiacomo Del Bel of the Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie was confirmed in his position as artistic director. The team of directors will be supported through a professional artistic advisory board, consisting of the representatives of Filmwerkstatt Münster, Literaturwerkstatt Berlin/Haus für Poesie, Kunststiftung NRW, Literaturverein Münster and a film expert from North Rhine-Westphalia.

Find the Call for Entries at zebrapoetryfilm.org